Vertragstypen

Die Anforderungen an Finanzierungen sind unterschiedlichster Art.

Objektbeschaffenheit, Einsatzdauer, Werteverläufe, betriebswirtschaftliche Anforderungen oder Modelle zur steuerlichen Optimierung können eine Rolle spielen. Diese Aufzählung ist nur exemplarisch und keineswegs vollständig.

Auch innerhalb der Ausstattungen dieser Verträge haben Sie bei der FINORICA viele Möglichkeiten - beispielsweise Verträge mit Jahresraten, Saisonraten oder an Ihren betriebswirtschaftlichen Erfordernissen orientierten Ratenverläufe. In der Landwirtschaft werden die Ratenpläne an die Einnahmeströme der Betriebe angepasst. Jahresraten nach der Ernte oder zu den Zuflusszeitpunkten von Fördermitteln sind hier sehr populär.

Speziell in der Bauwirtschaft wird mit häufig mit einem Winterausstand in Bezug auf die Zahlungen gearbeitet. Bei Investitionen mit Vorlaufzeiten bis zur Volllast der Produktion können wir  in der ersten Monaten eines Vertrages moderate Startraten anbieten. Erst wenn die Produktion Normalniveau erreicht, setzen hier die üblichen Laufzeitraten ein.

Gleiches gilt für Verträge mit Filialisten, die zu Beginn einer Neueröffnung bis zum Erreichen eines Planumsatzniveaus aus ihrer Neuinvestition mit niedrigen Anlaufraten ihre Verträge ausgestattet haben möchten. Anders als bei Unternehmen mit gut verlaufendem Geschäftsverlauf, hier können progressive Raten die gute Konjunktur ausnutzen und dabei steuerliche Vorteile bieten.

Über die Vielzahl der Vertragstypen, die unsere Gruppe anbietet, können Sie nebenstehend einen ersten Eindruck gewinnen.

 

Vollamortisations-Leasingvertrag mit und ohne Optionen

Der Vollamortisations-Leasingvertrag (VA-Leasingvertrag) wird über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen, die sog. Grundleasingzeit. Innerhalb dieses Zeitraums werden die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Leasingobjektes vollständig durch die Leasingraten bezahlt. Entspricht der Vertrag den steuerlichen Grundsätzen in Deutschland für das Finanzierungsleasing, aktiviert die Leasinggesellschaft, der sog. Leasinggeber, das Objekt. Für den Kunden sind die Leasingraten analog Mietraten vollabsetzbare Betriebsausgaben.

Dieser Vertrag wird in der Regel bei Objekten mit schneller technologischer Veralterung und Objekten mit einem hohen Werteverzehr eingesetzt. Auch steuerliche Gründe können Motivation für den Abschluss von VA-Leasingverträgen sein.

Teilamortisations-Leasingvertrag mit Andienungsrecht oder Mehrerlösbeteiligung

Der Teilamortisations-Leasingvertrag wird über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen, die sog. Grundleasingzeit. Innerhalb dieses Zeitraums werden die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Leasingobjektes nicht vollständig durch die Leasingraten bezahlt. Es verbleibt ein sogenannter Restwert, der der offenen Tilgung zum Ende des Leasingvertrages entspricht. Durch diese Kalkulationsmethode werden niedrige Leasingraten erreicht. Der Investor, der sogenannte Leasingnehmer, garantiert der Leasinggesellschaft, dem sogenannten Leasinggeber, den vereinbarten Restwert.

Entspricht der Vertrag den steuerlichen Grundsätzen in Deutschland für das Finanzierungsleasing, aktiviert die Leasinggesellschaft, der sogenannte. Leasinggeber, das Objekt, für den Kunden sind die Leasingraten analog Mietraten vollabsetzbare Betriebsausgaben. Zum Ende der Vertragslaufzeit hat der Kunde das Recht, mit dem Leasinggeber über eine weitere Nutzung des Leasingobjektes zu verhandeln oder auf Basis des Restwertes zu erwerben. Die Grundlage für einen Verlängerungsvertrag ist ebenfalls der Restwert.

Diesere Vertragsart wird in der Regel bei Objekten mit niedrigem Werteverzehr eingesetzt, bei denen nach Ablauf der Leasingdauer noch ein signifikanter Vermarktungserlös zu erzielen ist. Wird der Vertrag sachkundig aufgesetzt, entspricht dieser Vermarktungswert in etwa dem Restwert. Ein klassisches Wirtschaftsgut für einen  solchen Vertrag sind Fahrzeuge. Mit den Leasingraten während der Vertragslaufzeit wird dann gerade der Wertverzehr bezahlt.

Unsere Mitarbeiter werden mit Ihnen zusammen die Vertragsausstattung so wählen, dass der Restwert für den Leasingnehmer ein Vorteil bleibt.

Kündbarer Leasingvertrag

Der Teilamortisations-Leasingvertrag wird anders als die Leasingverträge sonst, über eine unbestimmte Laufzeit abgeschlossen. Der Investor, der sogenannte Leasingnehmer, hat das Recht, den Vertrag vorzeitig zu beenden. In einem solchen Fall werden zu den Ablösezeitpunkten noch offene Tilgungen zur Zahlung fällig. Diese müssen durch die Vermarktung des Leasingobjektes erzielt werden. Der Leasingnehmer garantiert in jedem Fall die volle Amortisation der Investition.

Entspricht der Vertrag den steuerlichen Grundsätzen in Deutschland für das Finanzierungsleasing aktiviert die Leasinggesellschaft, der sogenannte Leasinggeber, das Objekt, für den Kunden sind die Leasingraten analog Mietraten vollabsetzbare Betriebsausgaben.

Der Vertrag wird in der Regel abgeschlossen, wenn über die voraussichtliche Nutzungsdauer einer Investition Unsicherheit besteht.

In solchen Fällen werden mit unseren Mitarbeitern Szenarien einer vorzeitigen Auflösung eines Leasingvertrages durchgespielt. Am Ende erhält der Leasingnehmer einen passgenauen Vertrag, der vor überraschenden Kosten einer Fehlinvestition schützt.

Operate Leasingvertrag

Der Operate Leasingvertrag entspricht in seinem Wesen in etwa der Miete. Er wird über eine vereinbarten Zeitraum abgeschlossen, nach dem der Investor, der sogenannte Leasingnehmer, das Recht hat, das Leasingobjekt ohne weitere Zahlungen an die Leasinggesellschaft, den sogenannten Leasinggeber, zurückzugeben oder über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln. Das Vermarktungsrisiko verbleibt beim Leasinggeber. Regelungen für die Laufzeit eines solchen Vertrags o.Ä. bestehen nicht, die steuergesetzlichen Grundlagen in Deutschland, die sogenannten Leasingerlasse, sind hier nicht einschlägig.

Der Vertrag wird eingesetzt bei eher werthaltigen Wirtschaftsgütern, bei denen abzusehen ist, dass diese nur über einen begrenzten Zeitraum durch den Leasingnehmer genutzt werden. Oder von Investoren, die stets neueste Technik einsetzen wollen und deshalb kurze Investitionszyklen ohne Verwertungsrisiko in Kauf nehmen. Auch bilanzielle Erfordernisse können eine Rolle spielen, wenn beispielsweise nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen bilanziert wird und eine Off-Balance-Behandlung der Investition gewährleistet sein muss. Eine weit verbreitete Abart des Operate Leasingvertrages ist beispielsweise der Kfz-Kilometer-Vertrag, der häufig im Flottenleasing eingesetzt wird.

In Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern werden Investitionsgüter identifiziert, die für solche Verträge in Frage kommen. Häufig werden hier auch Beschaffungswege von FINORICA  genutzt. Unsere Möglichkeiten, was diese Vertragsformen angeht, verschaffen den Investoren ein Höchstmaß an Flexibilität.

Mietkaufvertrag

In den Fällen, in denen eine unkomplizierte Fremdfinanzierung bei einer Investition und nicht steuerliche oder bilanzielle Themen im Vordergrund stehen, hat sich der Mietkaufvertrag etabliert. Er ist quasi ein Äquivalent zum klassischen Investitionskredit. Der Investor, der sog. Mietkäufer, ist von Anfang an wirtschaftlicher Eigentümer des Investitionsgutes und schreibt dieses in seiner Bilanz ab. Die zu zahlenden Raten, üblicherweise Annuitäten, beinhalten einen Zins- und Tilgungsanteil. Die Umsatzsteuer auf die Summe aller vom Mietkäufer zu leistenden Zahlungen wird in der Regel vorab zur Zahlung fällig.

In der Ausgestaltung der Mietkaufverträge sind die Parteien völlig frei, die beim Leasing üblichen Einschränkungen bestehen nicht. Mit Zahlung der letzten Mietkaufrate erlischt dann auch das Sicherungseigentum der Leasinggesellschaft, des sog. Vermieters, an dem Mietkaufobjekt.

Der Vertrag wird für alle Wirtschaftsgüter verwendet.

Finanzierungsvertrag

Für nicht alle Investitionen bieten sich Leasing- oder Mietmodelle an. Beim von uns angebotenen Finanzierungsvertrag kann der Investor auf diese klassische Finanzierungsform zurückgreifen, der bei uns in seiner Ausgestaltung in etwa dem Mietkaufvertrag entspricht. Die Finanzierung wird allerdings separat abgerechnet, auf die Zinsen fällt keine Umsatzsteuer an. Die Umsatzsteuer auf den Anschaffungswert des Investitionsobjektes wird in der Regel bei Finanzierungsbeginn zur Zahlung fällig.

Die Parteien sind in der Ausgestaltung dieser Verträge völlig frei. Das Sicherungseigentum an dem Finanzierungsgegenstand bleibt bis zur letzten Rate beim Finaznzierungsgeber.

Der Finanzierungsvertrag kann für alle Wirtschaftsgüter abgeschlossen werden. Er eignet sich besonders für Berufsgruppen, die von der Abzugsfähigkeit der Umsatzsteuer ausgeschlossen sind und für die der Mietkaufvertrag deshalb nicht in Frage kommt, beispielsweise pauschalierende Landwirtschaftsbetriebe oder Versicherungsmakler, auch die öffentliche Hand.

Kfz-Kilometer-Vertrag

Bezogen auf alle Produktgruppen ist das Fahrzeug mit Abstand die Nummer eins, was das Leasing angeht. Da häufig nur die Nutzung über einen bestimmten Zeitraum und über eine bestimmte Laufleistung abzusehen ist, wird die vollständige Investition in Fahrzeuge häufig gescheut. In den wenigsten Fällen handelt es sich um Kerninvestitionen eines Betriebes. Lediglich die Zahlung für die Nutzung wird angestrebt.

In diesen Fällen hat sich der Kfz-Kilometer-Vertrag etabliert. Über einen vereinbarte Zeitraum und eine vereinbarte Laufleistung wird ein Leasingvertrag abgeschlossen. Am Ende der Laufzeit wird das Kfz durch den Leasingnehmer zurückgegeben. Ist beispielsweise ein Ersatzfahrzeug noch nicht lieferbar, kann das Kfz über einige Monate weitergenutzt werden. Nach Rückgabe werden die abgelaufenen Kilometer mit den vereinbarten abgerechnet. Mehr-Kilometer werden nach zuvor fest vereinbarten Sätzen abgerechnet, Minder-Kilometer erstattet. Im Full Service Leasing wird fast ausschließlich mit diesem Vertragstyp gearbeitet, verbunden mit einer Vielzahl von sonstigen Dienstleistungen rund um das Kfz. Häufig werden zur Erzielung von Einkaufsvorteilen auch die Beschaffungsmöglichkeiten von uns genutzt, die ein einzelner Investor sonst nicht hätte.

Mietvertrag

Bei den von uns angebotenen Mietverträgen nutzt der Kunde die betreffenden Wirtschaftsgüter über einen vereinbarten Zeitraum. In diesem werden nur Mietraten gezahlt. Am Ende der Mietdauer wird das Mietobjekt an uns zurückgegeben. In der Regel wird eine leistungsabhängige Nutzung vereinbart, d.h. bei Fahrzeugen eine bestimmte Kilometerlaufleistung, bei Landmaschinen beispielsweise eine bestimmte Stunden- oder Hektarnutzung, bei sonstigen Maschinen in der Regel bestimmte Betriebsstundennutzungen. Die Beschaffung der Mietobjekte erfolgt grundsätzlich über uns. Für den Kunden sind die Mietraten voll absetzbare Betriebsausgaben, die Aktivierung erfolgt bei uns. Nach endgültiger Rückgabe der Maschinen wird eine Mehrleistungsabnahme abgerechnet, das Vermarktungsrisiko der Mietsache liegt bei uns als dem Vermieter.

Daneben bestehen Sondermietverträge beispielsweise für die öffentliche Hand, die die Abwicklung von Investitionen über den Verwaltungshaushalt ermöglichen.

Eingesetzt werden die Mietverträge in der Regel bei werthaltigen, fungiblen Maschinen, bei denen die temporäre Nutzung oder der kurzfristige Ersatz auf die jeweils neueste Technik für den Kunden im Vordergrund stehen.

Luftfahrzeuge

Leasing- oder andere Finanzierungen von Luftfahrzeugen umfassen neben den üblichen Vereinbarungen eine Vielzahl von Sonderregelungen, die es zu berücksichtigen gilt. Neben den Zulassungs-, Eintragungs- und Besicherungsfragen zu Vertragsbeginn gehören Regelungen bezüglich der Wartung und der Versicherung dazu. Unser CONLINK Versicherungsdienst kann hier mit spezialisierten Angeboten zur Verfügung stehen. Ferner bedarf es besonderer Vereinbarungen den Betrieb des Luftfahrzeuges bzw. eines Luftfahrtunternehmens betreffend. Basis des Vertrags ist in der Regel ein Teilamortisationsvertrag, wobei der Restwertfindung hier besondere Bedeutung zukommt.

Mit der Erfahrung von Luftfahrtfinanzierungen von über 20 Jahren hat sich FINORICA auf den besonderen Bedarf der Luftfahrzeug-Operatoren eingestellt. Die Vertragsausstattungen sind so ausgelegt, dass sie sich dem Werteverzehr der Luftfahrzeuge optimal anpassen und damit einen liquiditätsschonenden Betrieb ermöglichen.

Schiffe

Das Finanzieren oder Verleasen von Binnen- oder Seeschiffen stellt höhere Anforderungen an die Ausgestaltung eines Leasingvertrages. Die Vertragsmuster sind häufig individuell auf den jeweiligen Bedarf zuzuschneiden. Basis beim  Leasing ist häufig ein Teilamortisations-Leasingvertrag, der neben den üblichen Bedingungen eine Reihe von weiteren Vereinbarungen umfassen muss. Insbesondere die Frage der Klasse, der Einsatzgebiete, der Versicherung, Eintragungsmodalitäten sind zu klären. Einer sachgerechten Restwertfindung kommt große Bedeutung zu.

Mit der Kompetenz von FINORICA lassen sich Schiffsfinanzierungen aller Größenordnungen umsetzen, soweit der Leasingnehmer seinen Sitz in Deutschland hat und eine Bonitätsprüfung positiv abgeschlossen werden kann.

Warenbestandsfinanzierung

Vertrieb von hochwertigen Wirtschaftsgütern ist zwangsläufig mit dem Halten von entsprechenden Beständen verbunden. Die Bereitschaft von Herstellern, diese zu Verkaufszwecken mit entsprechenden Zahlungszielen Ihren Handelsorganisationen zur Verfügung zu stellen, ist merklich gesunken.

Sofern die Struktur der Warenbestände es hergibt, finanzieren wir uns verbundenen Handelspartnern oder Vendoren eigengehaltenes Equipment. Die betreffenden Objekte sollten hinreichend werthaltig sein, im Wesentlichen kommen Fahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen oder sonstiges hochwertiges Equipment in Frage. In bestimmten Projekten können die Warenbestandsfinanzierungen auch Off-Balance aufgesetzt sein oder werden.

Wir verfügen über die notwendigen Vertragstypen zur unaufwendigen Abwicklung dieser Bestandsfinanzierungen. In einer Absatzfinanzierungskooperation können Zinskosten zudem um Rückvergütungen gekürzt werden, wenn Anschlussfinanzierungen ebenfalls übernommen werden können.