In diesem Lexikon möchten wir einige Begriffe

aus dem Finanzierungsalltag erläutern.

 

B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Abnahmebestätigung / Abnahmeerklärung

Das Objekt wird vom Händler direkt an den Leasing-Nehmer ausgeliefert. Für den Leasing-Nehmer besteht die Verpflichtung das Objekt unverzüglich auf Übereinstimmung mit dem im Kaufvertrag, Vollständigkeit und evtl. Mängel zu prüfen. Das Resultat ist dem Händler sowie dem Leasing-Geber sofort und schriftlich anzuzeigen. Mit Unterschrift der Abnahmebestätigung beginnt die Vertragslaufzeit.

Abschlusszahlungen

Wird ein kündbarer Leasingvertrag vorzeitig beendet, fallen Abschlusszahlungen des Leasingnehmers an. Die Höhe dieser Abschlusszahlungen wird bei Vertragsabschluss bereits definiert und orientiert sich an den Restraten zu den Kündigungszeitpunkten. Ein Verwertungserlös des Leasingobjektes wird auf die Abschlusszahlungen angerechnet.

Abhandenkommen

Mit Abschluss von Leasingverträgen übernimmt der Leasingnehmer das Risiko des Abhandenkommens des Leasingobjektes. Der Leasinggeber verlangt in der Regel eine Versicherung bezüglich dieses Risikos und lässt sich einen diesbezüglichen Sicherungsschein ausstellen. Ggf. übernimmt auch der Leasinggeber die Versicherung.

Ablehnung

Leasing- oder Kreditgeber sind in der Annahme oder Ablehnung eines Leasing- oder Finanzierungsvertrages frei. Grundlage einer solchen Entscheidung ist eine Bonitätsbeurteilung des Kunden, häufig unter Einbeziehung der Objektbeschaffenheit. Kommen Leasing-/Kreditgeber zur Entscheidung, dass die Gesamtausstattung einer Anfrage im Rahmen der Bonitätsprüfung nicht auseichend ist, führt dies zur Ablehnung der Anfrage.

Annahme

Hat der Kunde einen Leasing- oder Finanzierungsvertrag unterzeichnet und ist die Bonitätsprüfung positiv ausgefallen, bestätigt der Leasing- oder Kreditgeber dem Kunden den Vertrag („Annahme“), ggf. unter Benennung von zu erfüllenden Auflagen.

Ablösebetrag

Leasingverträge sind grundsätzlich über eine Laufzeit, die sogenannte Grundleasingzeit, fest abgeschlossen. Kann der Leasingnehmer nicht mehr an der Leasinginvestition festhalten, weil beispielsweise Kundenaufträge ausgefallen sind, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einen Leasingvertrag vorzeitig zu beenden. In diesem Falle muss der Leasingnehmer an den Leasinggeber einen Ablösebetrag zahlen, der sich in der Regel aus der offenen Restleasingforderung zzgl. eines eventuellen Restwertes zum Ablösezeitpunkt zusammensetzt, reduziert um eine Zinsgutschrift. Ein Verwertungserlös des Leasingobjektes wird gegen diese Ablöseforderung gerechnet. 

Abschreibungszeit (AfA)

Wirtschaftsgüter werden über bestimmte Laufzeiten abgeschrieben, die in den amtlichen AfA-Tabellen geregelt sind. Diese sollen sich an der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter in einem Betrieb orientieren. Bei nachgewiesener, intensiver Nutzung kann die Abschreibungszeit verkürzt werden (z.B. Mehrschichtnutzung). Für viele Leasingverträge ist die betriebsindividuelle Abschreibungsdauer die Basis für die mögliche Laufzeit von Leasingverträgen ("40/90-Regel") - siehe auch Grundmiet- oder -leasingzeit.

Abwicklung von Leasingverträgen

Der Leasingnehmer sucht sich in der Regel ein Wirtschaftsgut aus, für das er einen Leasingvertrag wünscht. Gegebenenfalls. kann auch der Leasinggeber beauftragt werden, das Leasingobjekt im Auftrag des Kunden zu beschaffen und zu erwerben, häufig vorkommend im Fahrzeuggeschäft (Nutzung der Rabatte des Leasinggebers). Der Kunde stellt eine Leasinganfrage an den Leasinggeber unter Beifügung spezifizierter Objektinformationen und Bonitätsunterlagen.

Der Leasinggeber prüft die Anfrage und teilt dem Leasinggeber seine Entscheidung mit.

Bei positiver Entscheidung bestätigt der Leasinggeber dem Kunden den Antrag, in der Regel häufig durch Übersendung des gegengezeichneten Leasingvertrages, und führt beim Lieferanten die Bestellung des Leasingobjektes aus. Häufig tritt der Leasinggeber in eine bestehende Bestellung des Kunden ein.

In der Folge liefert der Lieferant das Leasingobjekt unmittelbar an den Leasingnehmer aus, dieser bestätigt dem Leasinggeber die ordnungsgemäße Übernahme des Leasingobjektes.

Der Leasinggeber ist damit dann gleichzeitig angewiesen, das Leasingobjekt beim Lieferanten zu bezahlen. Normalerweise sind dann die Voraussetzungen für den Leasingbeginn erfüllt.

Der Leasinggeber übersendet dem Leasingnehmer sodann eine Vertragsabrechnung, in der die finalen Vertragsbedingungen festgehalten sind (Leasingbeginn, Bemessungsgrundlage, Leasingraten und deren Fälligkeit). Der Rateneinzug erfolgt üblicherweise im SEPA-Einzugsverfahren.

Bei Ende des Leasingvertrages verhandeln Leasinggeber und Leasingnehmer über die weitere Nutzung des Leasingobjektes bzw. eine Endschaftsregelung. Häufig erwirbt der Leasingnehmer das Leasingobjekt von dem Leasinggeber oder verlängert den Vertrag auf Basis des Restwertes.

Aktivierung

Entspricht ein Leasingvertrag den steuergesetzlichen Regelungen, wie sie in Deutschland in den sog. Leasingerlassen geregelt sind, dann aktiviert der Leasinggeber das Leasingobjekt und schreibt dies in seiner Bilanz ab. Gleiches gilt für Mietverträge. Werden Mietkauf- oder Finanzierungsverträge abgeschlossen, aktiviert der Mietkäufer bzw. Kreditnehmer das Wirtschaftsgut.

Amortisation

Im Zusammenhang mit Leasing beschreibt Amortisation die Rückführung des Leasingvertrages. In der Regel hat der Leasinggeber Anspruch auf volle Amortisation der dem Leasingvertrag zugrundeliegenden Investitionsaufwendungen. Ausnahme bilden lediglich die Operate Leasingverträge.

Bei sogenannten Vollamortisationsverträgen decken die Leasingraten des Vertrages über die Laufzeit des Vertrages, die sog. unkündbare Grundmietzeit, alle Anschaffungs- und Herstellungskosten des Leasinggebers einschließlich Nebenkosten und Finanzierungskosten.

Bei Teilamortisationsverträgen decken die während der Grundmietzeit anfallenden Raten die vorgenannten Aufwendungen nicht, es verbleibt ein Restwert. Wegen des Anspruchs des Leasinggebers auf volle Amortisation des Vertrages garantiert der Leasingnehmer dem Leasinggeber diesen Restwert, entweder durch das vertraglich vereinbarte Andienungsrecht, durch eine Differenzausgleichsklausel, oder durch ein Anschlussleasing.

Beim kündbaren Vertrag wird die Vollamortisation hergestellt durch Abschlusszahlungen bei Vertragskündigungen.

Beim Operate Leasing hingegen gibt der Leasingnehmer ohne jede weitere Zahlung das Leasingobjekt an den Leasinggeber zurück, der Vertrag muss nicht voll amortisiert werden. Das Verwertungsrisiko trägt der Leasinggeber.

Andienungsrecht

Der Leasinggeber hat bei Teilamortisationsverträgen Anspruch auf volle Amortisation seiner Investitionsaufwendung durch Ablösung des vertraglich vereinbarten Restwertes. Bei Abschluss des Vertrages verpflichtet sich deshalb der Leasinggeber, das Leasingobjekt auf Wunsch des Leasinggebers zum vereinbarten Restwert zu erwerben. Der Leasingnehmer hat keinen Anspruch auf diesen Erwerb.

Anpassungsklausel

Üblicherweise sind Leasingraten über die Laufzeit eines Leasingvertrages fest vereinbart. Auf Kundenwunsch kann, insbesondere bei langlaufenden Leasingverträgen, eine Anpassung der Leasingraten vereinbart werden (Zinskonversionsklausel). 

Eine Anpassung der Leasingraten kann vorgenommen werden, wenn zwischen Annahme eines Leasingvertrages und Vertragsabrechnung sich die Kapitalmarktzinsen wesentlich verändert haben.

Eine Anpassung der vertraglich vereinbarten Leasingraten kann vorgenommen werden, wenn sich durch Umbestellung des Leasingnehmers oder Preiserhöhungen bis zur Lieferung des Leasingobjektes die Berechnungsgrundlage verändert hat.

Gleiches gilt analog für Mietkauf- oder Finanzierungsverträge.

Anschaffungskosten

Hierbei handelt es sich in der Regel um den Kaufpreis, ggf. reduziert um ausgewiesene Rabatte. Zusammen mit sonstigen Kosten der Lieferung bilden sie die Berechnungsgrundlage für den Leasingvertrag bzw. die Leasingvertragsabrechnung.

Anschlussleasingvertrag

Ist die Grundmietzeit beendet und möchte der Leasingnehmer das Leasingobjekt weiter nutzen, schließt er mit dem Leasinggeer häufig einen Anschlussleasingvertrag ab. Dieser wird bei Teilamortisationsverträgen auf Basis des vereinbarten Restwertes kalkuliert und ist in der Regel mit günstigeren Raten ausgestattet als der Ursprungsleasingvertrag. 

Anzahlungen

Im Industriegeschäft sind Anzahlungen, die während der Bauzeit des Leasingobjektes anfallen, nicht unüblich. Der Leasinggeber kann für den Leasingnehmer bei Stellung der üblichen Sicherheiten (durch den Lieferanten zu stellende Bankbürgschaften für die Anzahlungen) diese Anzahlungen übernehmen. Basis ist eine diesbezügliche Anzahlungsvereinbarung. Die auf diese Anzahlungen anfallenden Zinsen können separat berechnet werden oder die Berechnungsgrundlage erhöhen. Bei rückwirkendem Mietbeginn auf das Datum der ersten Anzahlung fallen keine Zinsen an.

Auflösung von Leasingverträgen

Leasingverträge können bei Vorliegen von bestimmten Voraussetzungen vorzeitig beendet werden, wenn das Leasingobjekt beispielsweise untergegangen ist, oder die Investition beim Leasingnehmer etwa durch Wegfall von Kundenaufträgen nicht mehr benötigt wird und ein Festhalten am Leasingvertrag die betriebswirtschaftliche Rentabilität des Kunden gefährdet. Bei Auflösung des Leasingvertrages wird ein Ablösebetrag zur Zahlung fällig, auf den ein Verwertungserlös des Leasingobjektes abgerechnet werden kann.

Barwert

Dieser Fachterminus bezeichnet Zahlungsströme, die durch einen Zinssatz auf den Gegenwartswert abgezinst werden. Unterschiedliche Zahlungsströme werden dadurch vergleichbar.

Bestellung

Im Rahmen der Abwicklung eines Leasingvertrages erfolgt die Bestellung des Leasingobjektes durch den Leasingnehmer beim Lieferanten. Häufig wird in eine bestehende Bestellung des Leasingnehmers eingetreten. In manchen Fällen beschafft der Leasinggeber auch im Auftrage des Leasingnehmers das Leasingobjekt, häufig bei Fahrzeugleasing.

Big Ticket Leasing

Bezeichnet Verträge mit relativ hohen Vertragswerten, beispielsweise für Immobilien, Industrieanlagen, Schiffen, Flugzeugen.

Bilanzneutralität

Leasinggüter werden üblicherweise in der Bilanz des Leasinggebers bilanziert, für den Leasingnehmer sind sie „bilanzneutral“. Dieser Sachverhalt wird häufig auch als „Off Balance“-Effekt bezeichnet. Wichtig ist Bilanzneutralität heute im Wesentlichen auch aus Ratinggründen. Leasing verbessert die Bilanzoptik und bilanziellen Kennzahlen (Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad). Nach Handelsrecht besteht aber eine Ausweispflicht von Leasingverpflichtungen im Anhang des Jahresabschlusses.

Bonität

Der Begriff Bonität kann mit Kreditwürdigkeit übersetzt werden. Die Leasinggesellschaft prüft vor Abschluss eines Leasing- oder Finanzierungsvertrages die Bonität des Kunden anhand von Auskünften und Bonitätsunterlagen, um sich ein Bild über die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Rückzahlungsfähigkeit des Kunden ein Bild zu machen. In Einzelfällen werden auch Lieferanten hinsichtlich ihrer Bonität geprüft, auch hinsichtlich Ihrer Fähigkeit, Liefer- und Gewährleistungsansprüche zu erfüllen.

Bonitätsunterlagen

Richtet ein Kunde eine Leasinganfrage an eine Leasinggesellschaft hat er je nach Größenordnung und Beschaffenheit den Leasinggeber über seine wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse zu informieren. In der Regel geschieht dies durch Übermittlung von Jahresabschlussunterlagen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWAs). Je nach Fallgestaltung kann die Leasinggesellschaft weitere Unterlagen anfordern, beispielsweise Businesspläne oder Liquiditätsberechnungen, Firmenorganigramme und Ähnliches. Darüber hinaus wird die Leasinggesellschaft eine Wirtschaftsauskunft und eine Bankauskunft des Kunden einholen.

Bonusregelungen

Bei Verträgen mit Mehrerlösbeteiligung von Leasingnehmer und Leasinggeber werden häufig Mehrerlöse des Leasinggebers aus Verwertungen bei Abschluss von Neuverträgen als Bonus dem Kunden wieder gutgeschrieben.

Bestelleintritt

Bezeichnet den nachträglichen Eintritt einer Leasinggesellschaft in die bereits erfolgte Bestellung bei einem Lieferanten. Der Leasinggeber übernimmt in diesem Fall alle Zahlungs- und Liefervereinbarungen des Leasingnehmers. Der Bestelleintritt gilt immer vorbehaltlich der Zustimmung des Lieferanten.

Capital Lease

Siehe unter Finance Leases und unter US GAAP

Cross Border Leasing

Damit werden grenzüberschreitende Leasingtransaktionen bezeichnet. Leasinggeber und Leasingnehmer befinden sich dabei in unterschiedlichen Ländern.

Differenzausgleichsklausel

Der Leasinggeber hat bei Teilamortisationsverträgen Anspruch auf volle Amortisation seiner Investitionsaufwendung durch Ablösung des vertraglich vereinbarten Restwertes. In den Fällen, in denen der Leasingnehmer nach Ablauf der Leasingdauer das Leasingobjekt an den Leasinggeber zur Vermarktung zurückgibt, trägt der Leasingnehmer die Differenz zwischen Veräußerungserlös und Restwert des Leasingvertrages.

Dauerschuldzinsen

Fallen auf langfristige Darlehen an. Bei Ermittlung der gewerbesteuerlichen Bemessungsgrundlage werden sie hälftig hinzugerechnet. Von Bedeutung sind diese Zinsen bei der Anschaffung von langlebigen Wirtschaftsgütern, wenn diese über Investitionsdarlehen finanziert werden. Die auf diese Darlehen anfallenden Zinsen werden dem Gewerbeertrag hinzugerechnet. Werden diese Investitionen über Leasing finanziert, erfolgt eine Zurechnung nur anteilig auf die Leasingrate.

Degressive Leasingraten

Damit werden im Zeitablauf fallende Leasingraten gemeint. In gewissen Grenzen bleiben diese steuerlich anerkannt. Damit ist es möglich, steuerlichen Aufwand auf die ersten Perioden eines Leasingvertrages zu ziehen. Außerdem ist es damit möglich, den Werteverlauf des Leasingvertrages an die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Wirtschaftsgutes anzupassen, was wichtig bei vorzeitigen Vertragsbeendigungen sein kann. Die Leasingraten wirken quasi wie eine degressive Abschreibung. Werden steuerlich die degressiven Leasingraten nicht anerkannt, sind diese durch Bildung von Rechnungsabgrenzungsposten zu linearisieren.

Eigentum

In der betrieblichen Praxis ist immer zwischen zivilrechtlichem und wirtschaftlichem Eigentum zu unterscheiden. Das zivilrechtliche Eigentum wird über das BGB geregelt, das wirtschaftliche Eigentum, wichtig für die steuerliche Zurechnung von Wirtschaftsgütern, orientiert sich an der tatsächlichen Verfügungsgewalt. Bei einwandfrei ausgestalteten Leasingverträgen wird die Zurechnung der damit finanzierten Wirtschaftsgüter immer beim Leasinggeber erfolgen. Bei Finanzierungs- oder Mietkaufverträgen hingegen ist der Leasingnehmer = Kreditnehmer immer wirtschaftlicher Eigentümer des Wirtschaftsgutes und hat zu bilanzieren. Der Kreditgeber bleibt indes bis zur Zahlung der letzten Rate des betreffenden Vertrages zivilrechtlicher Eigentümer.

Elektronikversicherung

Leasing- oder Finanzierungsgesellschaften verlangen für verleaste und finanzierte Wirtschaftsgüter eine branchenübliche Versicherung, sind doch diese Objekte wesentliche Sicherheit für die abgeschlossenen Verträge. Für eine Vielzahl von Investitionsgütern sind in der Regel Elektronikversicherungen von Bedeutung. Leasinggesellschaften bieten häufig selbst eine solche Versicherung zu günstigen Prämien an.

Finance Leases

Der Begriff stammt aus internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS, US-GAAP). Sind die mit dem Leasingobjekt verbundenen Chancen und Risiken im Wesentlichen dem Leasingnehmer zuzuordnen, werden diese Leasingverhältnisse als Finance Leases bezeichnet, unter US GAAP als Capital Leases. In diesem Falle ist das Leasingobjekt dem Leasingnehmer zuzurechnen. 

Die Zuordnungskriterien bezüglich der Leasinggüter nach internationaler Bilanzieruång sind seit Jahren im Umbruch und in der Diskussion der Standardsetter, ohne dass sich diesbezüglich für die nähere Zukunft eine einheitliche und verbindliche Regelung abzeichnet.

Fälligkeit von Leasing- oder Finanzierungsraten

Üblicherweise beginnt nach Übernahme der betreffenden Wirtschaftsgüter ein Leasing- oder Finanzierungsvertrag. Über Individualvereinbarungen können auch andere Vertragsbeginne festgelegt werden. Raten werden in der Regel monatlich oder auch viertel- oder halbjährlich fällig. Bei Saisonmaschinen beispielsweise sind auch individuelle Zahlungspläne vereinbar, die sich an den Einsatzdauern bzw. dem aus den Maschinen erzielten Cash-Flow orientieren (Bau- und Landwirtschaft). Der Einzug erfolgt in der Regel über SEPA-Lastschriften.

Finanzamt

Das Finanzamt bzw. die für den Leasingeber zuständige Betriebsprüfungsstelle entscheidet über die Zurechnung eines geleasten Investitionsobjektes beim Leasinggeber oder –nehmer.

Finanzierungsleasing

Damit werden die Leasingverhältnisse bezeichnet, die die Zurechnung des Leasingobjektes beim Leasinggeber zum Inhalt haben. Voraussetzung dafür ist, dass diese Leasingverhältnisse den Leasingerlassen entsprechen. Für den Leasingnehmer sind die Leasingraten in diesen Fällen voll absetzbare Betriebsausgaben. Die Verträge haben insoweit den Charakter von Mietverträgen.

Flottenleasing

Der Begriff kommt aus dem Fuhrparkgeschäft. Gemeint ist das Verleasen von mehreren Fahrzeugen an Endkunden, häufig verbunden mit zusätzlichen Serviceleistungen wie Wartung- und Reifenpakete, Versicherung, Steuer, Treibstoff, usw. In der Regel sind diese Servicekomponenten skalierbar, die Abrechnung erfolgt „offen“ oder „geschlossen. Daneben übernimmt die Leasinggesellschaft weitere administrative Aufgaben mit der Abwicklung des Flottenleasings. In diesem Zusammenhang spricht man dann auch von Full Service Leasing oder Fuhrparkmanagement.

Fondsleasing

Diese Form des Leasings wird häufig bei Großinvestitionen eingesetzt. Dabei wir ein Fond gegründet, der das Leasingobjekt erwirbt und an den Leasingnehmer verleast. Der Fonds selbst refinanziert sich durch die Aufnahme  von privatem Eigenkapital, manchmal unter Beimischung von Bankdarlehen.

Forfaitierung

Forfaitierung ist ein branchenüblicher Begriff für den Forderungsverkauf. Dabei handelt es sich um eine in der Leasingbranche übliche Refinanzierungsform. Die Leasinggesellschaft verkauft dabei die Forderungen aus einem Leasingvertrag an einen Dritten, häufig ein Kreditinstitut. Die Leasinggesellschaft haftet in diesem Falle für den Bestand der Forderung (die sog. Veritätshaftung), nicht aber für das Ausfallrisiko des Kunden. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit geht auf den Forderungskäufer über (Bonitätshaftung). 

Forderungsverkauf

Siehe oben - Forfaitierung

Fuhrparkmanagement

Siehe oben Flottenleasing

Full-Pay-Out-Leasingvertrag

Es handelt sich um einen anderen Begriff für einen Vollamortisationsleasingvertrag, siehe Vollamortisation.

Fulfillment

 

Full Service Leasing

Von Full Service Leasing spricht man, wenn neben einem Leasingvertrag verschiedene zusätzliche Dienstleistungen rund um das Leasingobjekt und dessen Betrieb mit der Leasinggesellschaft vereinbart werden. Sehr verbreitet sind diese Verträge im Fahrzeugleasing, speziell im Flotten- und Fuhrparkleasing. Hier gehören Wartungs- und Reifenabrechnung, Tankkartenabrechnungen, Steuer- und Versicherung, GEZ-Gebührenabrechnung zu den denkbaren Serviceleistungen. Zusätzlich werden Fahrerbetreuung, Hotline und/oder Logistikdienstleitungen angeboten. Auch das Stellen von Interimsfahrzeugen oder Knöllchenmanagement kann vereinbart werden. Im Maschinenbereich können ebenfalls Verträge mit Wartung und Versicherung angeboten werden, gleiches gilt für IT-Systeme.

Fungibilität

Leasingobjekte müssen eine Drittvermarktungsfähigkeit besitzen. Dies ist Voraussetzung für deren Leasingfähigkeit. Es darf nicht so beschaffen sein, dass es ausschließlich vom Leasingnehmer genutzt werden kann, weil es beispielsweise explizit in der Fertigung auf den ausschließlichen Bedarf des Leasingnehmers zugeschnitten ist. Diese Drittverwendungsfähigkeit wird auch Fungibilität genannt.

GAP-Versicherung

Es handelt sich um eine spezielle Versicherung, die die Lücke (= „Gap“) zwischen dem Ablösebetrag eines Leasingvertrages und dem Wiederbeschaffungswert eines Leasingobjektes deckt.

Grundmietzeit (Grundleasingzeit)

Mit Grundmietzeit oder Grundleasingzeit wird die erste Leasingperiode für ein Leasingobjekt bezeichnet. Die für Wirtschaftsgüter mögliche Grundleasingzeit orientiert sich an der amtlichen Abschreibungsdauer und ist im Weiteren in den sogenannten Leasingerlassen geregelt. Danach darf die Grundmietzeit minimal 40 % und maximal 90 % der amtlichen Abschreibungsdauer betragen, wenn der Vertrag nach den steuergesetzlichen Regelungen (Leasingerlassen) als Leasingvertrag anerkannt bleiben soll.

Haftpflichtversicherung

Bei allen Objekten, bei denen gesetzlich eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist, hat der Leasing- oder Kreditnehmer das Wirtschaftsgut entsprechend zu versichern. Häufig bieten Leasing- bzw. Finanzierungsgesellschaften selbst eine Haftpflichtversicherung in diesem Zusammenhang an.

Hersteller-Leasing

Hersteller von Wirtschaftsgütern, die sich für ein Leasing oder für eine Finanzierung per se eignen, operieren häufig eigene (Hersteller-) Leasinggesellschaften, die in diesem Zusammenhang dann den Zweck haben, den Absatz der Produkte durch begleitende Finanzdienstleistungen zu fördern.

Hirepuchase

Angelsächsischer Begriff für Mietkauf

Hundertprozent-Finanzierung

Bezeichnet ein Leasing oder eine Finanzierung ohne Vorab-Eigenleistung des Kunden (Anzahlung, Leasingsonderzahlung). Damit sind die Anschaffung und der Einsatz eines Investitionsgutes möglich ohne den Einsatz von Eigenmitteln.

Internationale Leasingbilanzierung

Die wesentlichen Internationalen Rechnungslegungsgrundsätze sind US-GAAP und IFRS. In diesen ist auch die Leasingbilanzierung geregelt. Wem das Leasingobjekt zuzurechnen und wo es damit zu bilanzieren ist richtet sich danach, von wem Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Eigentum an dem Wirtschaftsgut getragen werden. Wenn die Zurechnung beim Leasinggeber erfolgen soll, sind folgende Grundsätze zu berücksichtigen:

  • Es darf keine Vereinbarung geben, nach der der Leasingnehmer am Ende der Leasingperiode das Eigentum an dem Leasingobjekt erwirbt (transfer of ownership)
  • Es darf auch keine Kaufoption für den Leasingnehmer eingeräumt werden, bei dem der Optionspreis so günstig bemessen ist, dass die Ausübung der Option als hinreichend sicher angesehen werden kann. (bargain  purchase option)
  • Die Laufzeit des Leasingvertrages muss signifikant unterhalb der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Investitionsgutes liegen. Unter US-GAAP gilt eine Laufzeit von max. 75 % der wirtschaftlichen Nutzungsdauer (economic life) als zulässig.
  • Der Barwert der Leasingraten zu Beginn des Leasingvertrages muss den Verkehrswert des Leasingobjektes unterschreiten. Nach US-GAAP darf er max. 90 % des Verkehrswertes ausmachen. Zusätzlich darf kein Spezialleasing vorliegen, dh. das Wirtschaftsgut darf nicht so beschaffen sein, dass es ausschließlich vom Leasingnehmer sinnvoll genutzt werden kann.

Neben diesen Kriterien erfolgt durch die Abschlussprüfer zudem eine Beurteilung der Gesamtverhältnisse, und das ganz individuell  bezogen auf das zu beurteilende Leasingverhältnis. Dabei werden unter anderem folgende Merkmale überprüft, die zu einer Zurechnung des Leasingobjektes beim Leasinggeber führen können:

  • Der Leasingnehmer kann das Vertragsverhältnis vorzeitig auslösen, er hat zudem die beim Leasinggeber dabei entstehenden Verluste zu tragen.
  • Verwertungsgewinne oder –verluste fallen dem Leasingnehmer zu.
  • Ein Anschlussleasing kann zu deutlich unterhalb marktüblicher Leasingraten vom Leasingnehmer abgeschlossen werden.

Werden die Kriterien nicht erfüllt, spricht man unter IFRS von Finance Leases, unter US-GAAP von Capital Leases.

Die Bilanzierungsvorschriften von Leasingverhältnissen nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften sind seit Jahren in der Diskussion im Hinblick auf eine Vereinheitlichung sowie einer sachgerechten Beurteilung in Bezug auf den Ausweis von Chancen und Risiken im Jahresabschluss, ohne dass sich die Standardsetter bis heute auf eine verbindliche Norm hätten einigen können (Stand: 04/2014). Mit Verabschiedung eines verbindlichen Entwurfes ist im Laufe der nächsten Jahre nicht zu rechnen.

Immobilien Leasing

Gegenstand vom Immobilienleasing sind Gebäude, Grundstücke und Grundstücksbestandteile. Ausnahmen sind Betriebsvorrichtungen, die wie bewegliche Wirtschaftsgüter behandelt werden. 

Instandhaltung

In der Regel ist der Leasingnehmer oder Kreditnehmer verpflichtet, für die Instandhaltung des Leasingobjektes zu sorgen. Mit dem Abschluss von begleitenden Serviceverträgen kann die Instandhaltungsverpflichtung ganz oder teilweise von einem Leasinggeber übernommen werden. Ansonsten sind die Kosten für die Instandhaltung vom Leasingnehmer zu tragen.

Investitionsrisiko

Beim Leasing trägt üblicherweise der Leasingnehmer das Risiko einer Investition. Er ist dem Leasinggeber zur vollen Amortisation des Leasingvertrages verpflichtet (Finanzierungsleasing). Dieses Risiko trägt der Leasingnehmer unabhängig davon, ob sich die Investition als wirtschaftlich erweist oder nicht.

Bei bestimmten Vertragstypen trägt der Leasinggeber zusätzlich teilweise das Investitionsrisiko, insbesondere, wenn er nach Laufzeitende das Leasingobjekt zurücknimmt und selbst vermarktet (Operate Leasing). Letzteres ist häufig beim Fahrzeugleasing der Fall, auch beim Landmaschinenleasing oder Baumaschinenleasing haben sich solche Vertragsmodelle durchgesetzt.

J

Kalkulatorische Laufzeit

Der Begriff ist vom sogenannten „Kündbaren Leasingvertrag“ bekannt. Dieser Vertrag wird zunächst auf unbestimmte Zeit abgeschlossen, während der Laufzeit hat der Leasingnehmer eine Kündigungsoption, erstmals nach 40 % der amtl. Abschreibungsdauer gem. AfA-Tabelle: Der Vertrag ist mit einer kalkulatorischen Laufzeit ausgestattet, über die sich Leasingnehmer und Leasinggeber zu Beginn des Vertragsverhältnisses vereinbaren. Erfolgt eine Kündigung vor dieser Kalkulatorischen Laufzeit sind vom Leasingnehmer Abschlusszahlungen zu leisten, die im Leasingvertrag schon fest vereinbart sind.

Kaufoption

Kaufoptionen können bei Vollamortisationsverträgen vereinbart werden, ohne dass es zu einer Umdeutung des Vertragsverhältnisses kommt. Zurechnung bleibt beim Leasingnehmer. Voraussetzung ist, dass der Kaufoptionspreis dem Verkehrswert des Leasingobjektes am Ende der Vertragslaufzeit entspricht, max. dem Restbuchwert zu diesem Zeitpunkt.

Kilometer-Leasing-Vertrag

Dieser kommt beim Fahrzeugleasing zum Einsatz. Neben der Leasingrate wird eine Gesamtfahrleistung für das Kfz vereinbart. Am Ende der Laufzeit wird das Leasingobjekt in der Regel an den Leasinggeber zurückgegeben. Wird die Gesamtfahrleitung über- oder unterschritten, erfolgt eine Mehr- bzw. Minderkilometerabrechnung zu Sätzen, die schon im Leasingvertrag vereinbart worden sind. In der Regel bleibt dabei eine Toleranz von 3.000 km unberücksichtigt. Die abrechnungsfähigen Minderkilometer sind in der Regel auf max. 10.000 begrenzt. Sonstige Fahrzeugminderwerte, die sich aus dem Zustand des Fahrzeuges bei Rückgabe ergeben, sind vom Leasingnehmer ebenfalls zu ersetzen.

Kommunalleasing

Damit werden Verträge bezeichnet, die mit der öffentlichen Hand abgeschlossen werden. Bei bestimmten Vertragsformen wird zudem versucht, dem Vertragspartner die Abwicklung einer notwendigen Investition über den Verwaltungshaushalt zu ermöglich. In diesem Falle wird kein Investitionsbeschluss der Legislative benötigt. Die Behördenmiete ist beispielsweise ein solches Vertragsmodell.

Konversion

Damit wird die Anpassung der Leasing- oder Finanzierungsrate während der Vertragslaufzeit aufgrund einer vereinbarten Zinsanpassung bezeichnet. Die Konversion wird häufig bei sehr lange laufenden Leasing- oder Finanzierungsverhältnissen vereinbart (Immobilienleasing, Big-Ticket-Leasing.) In der Regel wird die Zinsanpassung auf Basis einer Indexierung an einen Referenzzinssatz vorgenommen.

Konzessionsmodell

Damit werden Kooperationen zwischen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand bezeichnet („PPP-Modelle“ (Public Private Partnership"). Dabei erbringt ein privatwirtschaftliches Unternehmen Leistungen der öffentlichen Hand (beispielsweise Autobahnbau). Im Gegenzug erhält das Unternehmen (Konzessionsnehmer) das Recht, die Kosten des Projektes in Form von Gebühren auf Dritte umzulegen.

Kündigungsmöglichkeiten

Grundsätzlich sind Leasing- oder Finanzierungsverhältnisse während der Vertragslaufzeit (beim Leasing der sog. Grundmietzeit) nicht kündbar. Außerordentliche Kündigungen sind möglich, wenn der Leasingnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt oder gegen wesentliche Vertragsbedingungen verstößt, oder aufgrund sonstiger Umstände die Fortführung des Vertragsverhältnisses gefährdet erscheint. Ein Vertrag kann auch vorzeitig beendet werden, wenn sich die zugrunde liegende Investition als fehlerhaft oder unrentabel herausstellt. Der Leasing- bzw. Kreditnehmer hat den Leasinggeber bzw. Kreditgeber in jedem Falle von allen mit dem Leasing bzw. der Finanzierung entstehenden Kosten und Aufwendungen freizuhalten (Vollamortisationsverpflichtung). Dies wird durch Zahlung von Ablösesummen zum Kündigungszeitpunkt erreicht, die sich im Wesentlichen aus den zum Kündigungszeitpunkt offenen Raten abzgl. einer Zinsgutschrift  zusammensetzen. Ausnahme ist der sog. „Kündbare Leasingvertrag“, bei dem von vorne herein mögliche Kündigungstermine festgelegt werden, mit den dann fälligen Ablösesummen.

Kreditwesengesetz (KWG)

Die Sicherung und Erhaltung eines funktionierenden Geld- und Kreditwesens ist im Kreditwesengesetz (KWG) verankert. Das Gesetz trat 1961 erstmalig in Kraft, wurde in der Zwischenzeit jedoch mehrfach novelliert.

Leasingunternehmen unterliegen laut Kreditwesengesetz nicht den Vorschriften für Kreditinstitute. Halten jedoch Kreditinstitute mindestens 40 % der Gesellschafteranteile an einem Leasingunternehmen, so müssen spezielle Regelungen des Kreditwesengesetzes beachtet werden.

Wird vom Leasingunternehmen „Finanzierungsleasing“ betrieben, so findet das KWG partiell Anwendung. Laut deutschem Recht handelt es sich dabei um eine Ratenzahlung im Gegenzug für die Gebrauchsüberlassung. Nach Ablauf der Ratenzahlung ist ein Kauf des Gegenstandes zu einem deutlich geringeren Restwertkaufpreis möglich. Unternehmen, die in diese Kategorie fallen, werden von der Bundesanstalt der Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt und müssen im Vorfeld von ihr genehmigt worden sein. Zudem unterliegen sie einer detaillierten Jahresabschlusspflicht und müssen Veränderungen in der Geschäftsleitung, Sitzverlegungen und Beteiligungsänderungen bei der BaFin anzeigen. Des Weiteren müssen diverse Anforderungen an das Risikomanagement eines Unternehmens erfüllt werden. Neben den Pflichten, denen eine Finanzierungsleasing-Gesellschaft unterliegt, gibt es auch diverse Vorteile, wie zum Beispiel steuerliche Vergünstigungen. Diese kommen allerdings nur zum Tragen, wenn das Leasingunternehmen nachweisen kann, dass es ausschließlich Finanzierungsleasing betreibt. 

Leasing-Grundlagen

Geschichte
Leasing ist seit Anfang der 60er Jahr in Deutschland etabliert und schreibt seitdem eine unvergleichliche Erfolgsstory. Über 24 % aller Investitionen in mobile Ausrüstungen werden heute über diese Form der Aufnahme von kombiniertem Sach- und Finanzkapital abgewickelt. Seit dem Jahr 2000 hat Leasing den klassischen Investitionskredit als wesentliche Alternative überholt und mittlerweile deutlich hinter sich gelassen.

Formale Einordnung
Der Begriff „Leasing“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Miete“. Viele Passagen eines Leasingvertrages sind auch tatsächlich an das Mietrecht angelehnt. Es gibt aber bedeutsame Unterschiede:

Abwicklung einer Leasinginvestition
Die Investitionsentscheidung trifft der Leasingnehmer. Er wählt das Leasingobjekt aus, bestimmt die Ausstattung oder Konfiguration und häufig auch, wo es von der Leasinggesellschaft erworben werden soll.

Der abzuschließende Leasingvertrag ist hinsichtlich der Laufzeiten weitestgehend frei gestaltbar, die Raten können monatlich gleich bleibend sein oder sich an den Liquiditätsfluss anpassen, der der Investition zugrunde liegt. Auch weitere betriebswirtschaftliche Belange des Leasingnehmers können bei der Ratengestaltung berücksichtigt werden. Die Finanzierung des Leasingobjektes erfolgt in der Regel zu 100 %. Bei höheren Anschaffungswerten geht dem Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung voraus.

Während der Leasingdauer obligen Wartung und Instandsetzung des Leasingobjektes dem Leasingnehmer. Die Versicherung übernimmt wahlweise der Leasingnehmer oder auf Wunsch der CONLINK Versicherungsservice.

In bestimmten Fällen bzw. bei bestimmten Objekten treten je nach Vertragsart auf Wunsch neben die reine Finanzdienstleistung weitere Servicekomponenten.

Nach Ablauf der Leasingdauer kann der Leasingnehmer das Leasingobjekt zu dann meist stark reduzierten Raten weiterleasen, auf Basis des Restwertes erwerben oder vermarkten lassen. Der Verwertungserlös muss dabei zumindest den kalkulierten Restwert abdecken.

Laufzeit Leasingvertrag

Soll ein Vertrag den in Deutschland geltenden Regelungen für das Leasing (sogenannte Leasingerlasse) entsprechen, hängt die Laufzeit des Leasingvertrages von der Abschreibungsdauer und der Nutzungsintensität des Wirtschaftsgutes ab. Bei Finanzierungen gibt es formal keine Einschränkungen hinsichtlich der Vertragslaufzeiten.

Leasing

Der Begriff kommt aus dem Angelsächsischen und bedeutet in etwa vermieten. Etabliert hat sich das Leasing in Deutschland seit Anfang der 60er Jahre. Gemeint ist die Nutzungsüberlassung von Wirtschaftsgütern, ohne diese zu erwerben (und zu bilanzieren). Soweit es Ausrüstungsinvestitionen angeht, beträgt die Leasingquote in Deutschland rd. 22 %. Es ist damit die führende Fremdfinanzierungsform und liegt deutlich vor dem Investitionskredit (Quelle: IFO-Studie „Leasing in Deutschland“ 2013).

Leasing als Instrument der Absatzförderung

Hersteller oder Händler von geeigneten Wirtschaftsgütern nutzen ein zusätzliches Leasingangebot zur Förderung ihres Absatzes. Die kombinierte zur Verfügungstellung von Sach- und Finanzkapital erleichtert häufig die Kaufentscheidung, der Kunde muss sich um die Finanzierung nicht kümmern. Die Investitionsentscheidung wird damit erleichtert, für den Kunden sind Kosten der Investition transparent.

Leasing-Antrag

Mit Unterzeichnung eines Leasingantrages erklärt der Leasingnehmer seinen Willen, mit dem Leasinggeber einen Vertrag abzuschließen. In dem Leasingantrag sind schon alle Bedingungen hinsichtlich des Objektes und der Vertragsausstattung festgelegt. Der Vertrag kommt zustande, wenn der Leasinggeber diesen annimmt. Zuvor wird in der Regel eine Bonitätsprüfung durchgeführt.

Leasing-Bemessungsgrundlage

Die Bemessungsgrundlage ist die Basis für die Ermittlung der Leasingraten. In der Regel handelt es sich um die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Leasingobjekte. Nebenkosten wie Zulassungskosten, Überführungskosten, Zölle, etc. können in die Bemessungsgrundlage mit einbezogen werden.

Leasingerlasse

Leasing in Deutschland ist, soweit es die wirtschaftliche Betrachtungsweise angeht, über Verwaltungsanweisungen des Bundesministeriums für Finanzen geregelt, den sog. Leasingerlassen. Dabei handelt es sich um folgende Regelungen:

  • Vollamortisationserlass Mobilienleasing vom 19.04.1971
  • Vollamortisationserlass Immobilienleasing vom 21.03.1974
  • Teilamortisationserlass Mobilienleasing vom 22.12.1975
  • Teilamortisationserlass Immobilienleasing vom 23.12.1991

Dort wird die wirtschaftliche Zuordnung der Leasinggegenstände beim Leasinggeber oder Leasingnehmer geregelt. Bis heute bilden die Leasingerlasse die steuergesetzliche Grundlage für das Leasing in Deutschland.

Leasinggeber

Grundsätzlich bezeichnet man die Leasinggesellschaft, die einen Leasingvertrag mit einem Kunden (Leasingnehmer) abgeschlossen hat, als Leasinggeber.

Leasingmotive

Der Leasingverband in Deutschland oder auch andere Institutionen führen regelmäßig Untersuchungen zur Leasingmotivation von Unternehmen durch. Auch wenn sich im Ablauf der Zeit das Ranking verändert hat, können nachstehende Motive als immer wiederkehrend und wichtig bei der Leasingentscheidung identifiziert werden:

  • Liquiditätseffekt: Leasing ist aufgrund der hohen Objektkompetenz der Leasinggesellschaften häufig eine Vollfinanzierung, Eigenmittel werden nicht benötigt und gebunden. Es handelt sich um eine unkomplizierte Methode der Fremdkapitalbeschaffung.
  • Pay-as-you-earn-Effekt: Die Leasinginvestition trägt sich aus den erwirtschafteten Erlösen heraus, die Unternehmensliquidität bleibt erhalten. Leasingverträge können sich üblicherweise relativ eng an den Cash Flow einer Investition anpassen, beispielsweise durch Staffelzahlungspläne bei Saisonmaschinen oder Winterausstand, etc.
  • Entlastungen der eigenen Kreditlinien: Leasing schont den unternehmerischen Spielraum, eigene Banklinien müssen nicht in Anspruch genommen werden. Häufig machen Leasinggesellschaften Investitionen erst möglich.
  • Bilanzneutralität: Gerade vor dem Hintergrund von Basel III und Ratinganforderungen haben bilanzneutrale Finanzierungsformen wie das Leasing erheblich an Bedeutung gewonnen.
  • Klare Kalkulationsgrundlage: Kosten einer Investition sind sicher kalkulier- und planbar.
  • Steuerliche Überlegungen: Leasingraten sind voll absetzbare Betriebsausgaben. Dabei können sich bei entsprechender Vertragsgestaltung deutliche steuerliche Vorteile für den Leasingnehmer ergeben.

Leasingobjekt

Das Leasingobjekt ist der Gegenstand eines jeden Leasingvertrages. Voraussetzung ist die Leasingfähigkeit des Wirtschaftsgutes, die sogenannte Fungibilität. Als Leasingobjekte kommen in Frage Mobilien (Ausrüstungsinvestitionen), Immobilien oder immaterielle Wirtschaftsgüter (Software, Rechte, Marken).

Leasingquote

Mit Leasingquote bezeichnet man den Anteil der Leasinginvestitionen an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen. Die Leasingquote hat sich seit Etablierung des Leasings in Deutschland kontinuierlich nach oben entwickelt und liegt bei rd. 25 % aller Investitionen, soweit es sich um Ausrüstungsinvestitionen handelt (Quoten 2013: 23,0 % für Mobilien, 5,2 % für Immobilien, gesamt 15,4 %, Quelle: IFO-Institut). Bezogen auf die Fremdfinanzierung von Investitionen hat das Leasing den klassischen Investitionskredit deutlich hinter sich gelassen.

Leasingraten

Liegen erlasskonforme Leasingverhältnisse vor sind Leasingraten für den Leasingnehmer voll absetzbare Betriebsausgaben, in etwa vergleichbar mit einer Miete. Raten können monatlich, quartalsmäßig, halbjährlich oder jährlich anfallen, daneben können auch ganz individuelle Zahlungspläne vereinbart werden, beispielsweise bei Saisonmaschinen. In der Regel bleiben die vereinbarten Leasingraten über die gesamte Vertragslaufzeit fest vereinbart. Beim Serviceleasing beinhalten die zu zahlenden Raten zusätzliche Komponenten wie Versicherung, Wartung, Steuern, etc.

Leasingvertragsabrechnung

Zu Beginn eines Leasingvertrages erhält der Leasingnehmer vom Leasingeber eine Vertragsabrechnung, die Grundlage für die Verbuchung der Leasingraten ist. Es handelt sich um eine Dauerrechnung. In der Regel werden mit der Vertragsabrechnung noch einmal alle finalen Leasingbedingungen/die Vertragsausstattung bestätigt.

Leasingsonderzahlung

Sonderzahlungen sind Vorauszahlungen des Leasingnehmers bei Leasingbeginn. Sie sind bei der Kalkulation der Leasingraten berücksichtigt. Hintergrund von Sonderzahlungen können sein Objektbeschaffenheit, Risikoüberlegungen des Leasinggebers oder steuerliche Überlegungen.

Leasingvertrag

Für Leasingverträge gibt es in Deutschland kein spezifisches gesetzliches Regelwerk. Zivilrechtlich gilt im Wesentlichen das Mietrecht. Liegen erlasskonforme Leasingverhältnisse vor, ist der Leasinggeber zivilr

Leasingvertragsarten

Die Leasingbranche in Deutschland hat sich als außerordentlich kreativ erwiesen und im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Vertragsarten entwickelt. Ganz grundsätzlich kann in folgende Vertragsarten unterschieden werden:

Daneben haben sich Leasingverträge mit Leistungsbezug entwickelt, beispielsweise Leasing-Kilometerverträge, bei denen eine Abrechnung nach Einsatzintensität (Kilometerleistung) vorgenommen wird. Gleiches gilt beispielsweise bei reinen Mietverträgen für Land- und Baumaschinen.

Ferner haben sich Leasingverträge mit einer Vielzahl von Servicekomponenten entwickelt, speziell im Fuhrparkleasing. Sonderverträge werden eingesetzt bei komplexen Investitionen, beispielsweise beim Schiffs- oder Flugzeugleasing. Sonderverträge kann es auch geben für die öffentliche Hand als Leasingnehmer/Mieter, wenn haushaltsrechtliche Restriktionen beachtet werden müssen.

Lieferung

Die Lieferung eines Leasingobjektes begründet häufig die Aktivierung eines abgeschlossenen Leasingvertrages. Der Leasingnehmer bestätigt dem Leasinggeber im Rahmen einer Abnahmebestätigung die ordnungsgemäße Übernahme des Leasingobjektes und weist diesen damit zur Zahlung des Kaufpreises an den Lieferanten an. In der Folge erhält der Leasingnehmer dann die Leasingvertragsabrechnung.

Maschinenbruchversicherung

Grundsätzlich ist ein Leasing- oder Kreditnehmer verpflichtet, den Leasinggegenstand branchenüblich und objektspezifisch zu versichern. Häufig kommen in diesem Falle Maschinenbruchversicherungen zum Einsatz. In der Regel bieten auch Leasing/Finanzierungsgesellschaften eigene, spezifische Versicherungen für die von Ihnen verleasten bzw. finanzierten Wirtschaftsgüter an.

Mehr/Minderkilometerabrechnung

Bei Kfz-Leasingverträgen, bei denen eine bestimmte Laufleitung vereinbart worden ist und der Leasingnehmer am Ende der Vertragslaufzeit das KfZ zurückgibt, finden bei Über- oder Unterschreitung der vertraglichen Laufleistungen Mehr- oder Minderkilometerabrechnungen statt, zu Abrechnungsätzen, die bereits bei Beginn des Vertrages vereinbart worden sind.

Mehr/Mindererlösausgleich

Der Ausgleich von Mehr- oder Mindererlösen findet bei Teilamortisationsverträgen statt, bei denen der Leasingnehmer am Ende der Vertragslaufzeit das Leasingobjekt an den Leasinggeber zurückgibt. Bei dieser Vertragsform werden über die Laufzeit des Leasingvertrages die Kosten der Investition durch die Leasingraten nicht vollständig amortisiert, es verbleibt ein sog. Restwert. Die Ablösung des Restwertes erfolgt durch die Vermarktung des Leasingobjektes. Reicht der Verwertungserlös nicht aus, den Restwert zu decken ist der Leasingnehmer zum Ausgleich des Mindererlöses verpflichtet. Ein überschießender Verwertungserlös kann bis zu 75 % an den Leasingnehmer ausgeschüttet werden, ohne dass das Leasingverhältnis dadurch steuerlich gefährdet wäre

Mietkauf

Beim Mietkauf handelt es sich um ein Handelsgeschäft über ein Investitionsobjekt zwischen der Leasinggesellschaft und dem Mietkäufer mit gleichzeitiger Finanzierung des Kaufpreises. Leasinggesellschaft und Mietkäufer sind sich von vorne herein einig, dass das wirtschaftliche Eigentum am Gegenstand beim Mietkäufer liegt. Dieser hat zu Beginn der Vertragslaufzeit schon das Investitionsobjekt zu aktivieren. Die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis - beim Mietkauf die Summe aller vom Mietkäufer zu leistenden Zahlungen – ist sofort zur Zahlung fällig.

Mobilienleasing

Der Begriff bezeichnet das Leasing von beweglichen Wirtschaftsgütern. 

Nebenkosten

Nebenkosten fallen neben den reinen Kaufpreiszahlungen für Investitionsobjekte an. Das können beispielsweise sein Zulassungs- und Überführungskosten, Zölle, Einweisungs- und Schulungskosten, Installationskosten, etc. Je nach Vereinbarung mit der Leasing- oder Finanzierungsgesellschaft können diese in die Bemessungsgrundlage für den Leasing- oder Finanzierungsvertrag mit einbezogen werden.

Non-Full-Pay-Out-Leasingvertrag

Ein anderer Begriff für Teilamortisationsleasing.

Null-Leasing

Bei diesem Leasingvertrag entsprechen die Zahlungen des Leasingnehmers gerade dem Kaufpreis des Leasingobjektes. Hintergrund für diese Leasingform (ohne Zinsanteil in den Leasingraten) sind interne Subventionszahlungen.

Objektgesellschaft

Speziell im Big-Ticket-Leasing, also bei Großmobilien oder Immobilien, werden häufig Objektgesellschaften gegründet, die als Eigentümer einer einzigen Leasingsache auftreten.

Objektprüfung

Das Leasingobjekt kann als Sicherheit für die Leasinggesellschaft eine erhebliche Rolle spielen. Insofern wird in die Bonitätsprüfung der Leasinggesellschaft auch die Objektbeschaffenheit einbezogen.

Off Balance

Bezeichnet in Zusammenhang mit Investitionsentscheidungen die Tatsache, dass eine Investition nicht zu bilanzieren ist. Gerade vor dem Hintergrund der Ratingerfordernisse nach den Regelungen von Basel II und III kommt der Bilanzneutralität erhebliche Bedeutung zu, verbessert diese doch wesentliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen des Unternehmens.

Operate Leasing

Mit Operate Lease werden Leasingverhältnisse bezeichnet, bei denen das Leasingobjekt dem Leasinggeber zugeordnet wird, und zwar sowohl nach nationalen als auch Internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Den  Verträgen ist in der Regel immanent, dass der Leasinggeber am Ende das Verwertungsrisiko trägt und während der Vertragslaufzeit die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht vollständig amortisiert worden sind. Die vollständige Amortisation wird erst durch Verwertung des Leasinggegenstandes nach Ende der Leasingdauer erreicht. 

Optionsrecht

Nach den Bestimmungen der Leasingerlasse können dem Leasingnehmer bestimmte (Kauf- oder Verlängerungs-) Optionen zum Ende der Grundmietzeit eingeräumt werden, ohne das es zu einer Aktivierungsverpflichtung des Leasingnehmers kommt.

Progressive Leasingraten

Bei dieser Ratengestaltung steigen die Leasingratenzahlungen im Verlauf des Leasingvertrages an. Solche Fallgestaltungen kommen vor, wenn eine Investition beispielsweise zunächst mit Anlaufverlusten verbunden ist oder erst nach einer gewissen Zeit mit signifikanten Erlösen gerechnet werden kann. Der progressive Leasingratenplan trägt dann dieser Entwicklung Rechnung.

Public Private Partnership

Mit Public Private Partnership (PPP) werden Projekte bezeichnet, bei denen Privatwirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam Investitionsvorhaben umsetzen, meist im Infrastrukturbereich. 

Quartalszahlungen

Bezeichnet eine Zahlungsmodalität für die Rückführung von Leasing- oder Finanzierungsraten.

Restwert

Leasing bietet die Möglichkeit, den geschätzten Veräußerungserlös eines Investitionsgutes zum Laufzeitende des Vertrages als Restwert zu kalkulieren. Da dieser Restwert während der Laufzeit nicht getilgt wird sind die Leasingraten vergleichsweise niedriger. Der kalkulierte Restwert muss nach Leasingvertragsende durch die Vermarktung der Maschine oder Übernahme durch den Leasingnehmer mindestens abgedeckt werden. Bei besonderen Vertragsformen, dem sog. Operate Leasing, trägt die Leasinggesellschaft das Vermarktungsrisiko.

Reparaturen

In den Leasingverträgen ist üblicherweise geregelt, dass der Leasingnehmer alle erforderlichen Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten am Leasingobjekt auf eigene Kosten zu übernehmen hat. Gewährleistungsansprüche gegenüber den Lieferanten sind an den Leasingnehmer in diesem Zusammenhang abgetreten.

Restwert

Mit Restwert wird in der Regel der kalkulierte Restwert eines Teilamortisationsvertrages bezeichnet. Ihm kommt beim Leasing eine zentrale Bedeutung zu. Der Restwert wird während der Laufzeit des Leasingvertrages durch die Leasingratenzahlungen des Leasingnehmers nicht amortisiert, was zu niedrigeren Ratenbelastungen führt. Allerdings garantiert der Leasingnehmer durch ein Andienungsrecht des Leasinggebers die volle Amortisation. Ein Erwerbsrecht zum Restwert hat der Leasingnehmer nicht. Nach Ablauf der Leasingdauer (Grundmietzeit) verhandeln Leasinggeber und Leasingnehmer über die weitere Verwendung der Leasingsache. Bei einer Vermarktung findet eine Mehr- oder Mindererlösabrechnung statt. Häufig werden auf Basis des Restwertes Anschlussleasingverträge zu dann niedrigeren Raten abgeschlossen, oder es findet eine Einigung zum Eigentumsübergang auf den Leasingnehmer statt.

Rückgabeverpflichtung

Nach Ablauf der Leasingdauer ist der Leasingnehmer formal verpflichtet, das Leasingobjekt dem Leasinggeber zurückzugeben. Üblicherweise verhandeln Leasinggeber und Leasingnehmer rechtzeitig vor Ablauf der Leasingdauer über die weitere Verwendung der Leasingsache. Kommt keine Einigung zustande und gibt der Leasingnehmer das Leasingobjekt nicht zurück, ist er zur Fortentrichtung der Leasingraten verpflichtet.

Sach- und Preisgefahr

Mit Sach- und Preisgefahr werden übliche Gefahren, die mit dem Besitz eines Wirtschaftsgutes zusammenhängen, beispielsweise Gefahr des zufälligen Untergangs, des Abhandenkommens, des Totalschadens, Wegfall der Gebrauchsfähigkeit, Beschädigungen, Wertminderungen etc., bezeichnet. Beim Leasing wird die Sach- und Preisgefahr in der Regel auf den Leasingnehmer übertragen, da dieser von Anfang an über das Leasingobjekt verfügt und alleine Einfluss auf dieses hat.

Sachmängel

Sachmängel liegen vor, wenn eine Kaufsache nicht die zwischen dem Käufer und Verkäufer vereinbarte Beschaffenheit hat. Beim Leasing erwirbt der Leasingeber in der Regel ein Wirtschaftsgut, welches sich der Leasingnehmer ausgesucht hat. Insofern werden in Leasingverträgen Rechte auf Nacherfüllung und Gewährleistung in der Regel an den Leasingnehmer abgetreten.

Sale-and-lease-back

Bei einer Sale-and-lease-back-Transaktion erwirbt die Leasinggesellschaft ein Wirtschaftsgut vom Leasingnehmer und verleast es im Anschluss an diesen zurück. Hintergrund für eine solche Vertragsabwicklung kann sein, dass der Lieferant nicht an die Leasinggesellschaft berechnen kann oder will, sich der Leasingnehmer durch dieses Vorhaben Liquidität verschaffen will, die er für andere Zwecke benötigt, steuerliche Gründe oder der Wunsch nach Verbesserung der Bilanzkennzahlen. Da die in Rede stehenden Wirtschaftsgüter häufig Zubehörhaftungen unterliegen, sind solche Transaktionen in ihrer Abwicklung recht komplex.

Sicherheiten

Leasinggesellschaften und Banken führen vor Abschluss eines Vertrages eine Bonitätsprüfung durch. Speziell Leasinggesellschaften beziehen in diese Prüfung die Objektbeschaffenheit und die Vertragsausstattung mit ein. Darüber hinaus können weitere Sicherheiten erforderlich sein, diese können beispielsweise sein Kautionen, Anzahlungen, Bürgschaften, Garantien.

Sicherungsbestätigung

Dabei handelt es sich um eine Erklärung einer Versicherungsgesellschaft, dass für ein Wirtschaftsgut Versicherungsschutz besteht. In der Regel erfolgt diese Erklärung über einen sogenannten Sicherungsschein. In diesem Zusammenhang werden die Versicherungsleistungen an die Leasing- oder Finanzierungsgesellschaft abgetreten.

Sicherungsschein

Der Sicherungsschein ist eine Erklärung einer Versicherungsgesellschaft, in welchem Umfang für ein Wirtschaftsgut Versicherungsschutz besteht und an wen im Schadensfall eine Versicherungssumme ausgezahlt wird. Ausgestellt werden diese Sicherungsscheine auf die Leasing- oder Finanzierungsgesellschaft, die damit Ansprüche gegenüber der Versicherungsgesellschaft geltend machen kann.

Small-Ticket-Leasing

Damit werden Leasingverhältnisse mit vergleichsweise niedrigen Berechnungsgrundlagen bezeichnet.

Spezialleasing

Mit Spezialleasing werden Leasingverhältnisse bezeichnet, bei denen das Leasingobjekt so auf die Verhältnisse des Leasingnehmers zugschnitten ist, dass es nur von ihm sinnvoll eingesetzt werden kann. Dem Leasingobjekt fehlt damit die Fungibilität. Steuerlich erfolgt die Zurechnung der Leasingobjekte dann beim Leasingnehmer.

Teilamortisation

Im Leasingbereich wird mit Teilamortisation bezeichnet, dass der Leasingnehmer während der Leasingzeit/Grundmietzeit die Anschaffungs- und Herstellungskosten einer Investition nicht vollständig deckt, es verbleibt zum Ende der Leasingzeit ein sogenannter Restwert.

Totalschaden

Bezeichnet den Untergang eines Wirtschaftsgutes. Bei Leasing- oder Finanzierungsverhältnissen trägt der Leasing- bzw. Kreditnehmer dieses Risiko. Insofern kommt einer Versicherung, die dieses Risiko trägt, entscheidende Bedeutung zu.

Übernahmebestätigung

Der Leasinggeber nimmt das Leasingobjekt nicht selbst in Empfang, nachdem er beim Lieferanten bestellt hat, vielmehr erfolgt die Auslieferung direkt an den Leasingnehmer. Dieser ist verpflichtet, nach der Lieferung das Leasingobjekt auf seine Beschaffenheit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem Kaufvertrag zu überprüfen. Das Ergebnis hat er in der Übernahmebestätigung dem Leasinggeber anzuzeigen. Dieser bezahlt in der Folge den Kaufpreis. In der Regel beginnt, wenn nicht individuell anderes vereinbart, mit der Übernahme auch die Vertragslaufzeit.

Übernahmebestätigung

Eine andere Bezeichnung für Abnahmebestätigung.

Umdeutung

Von Umdeutung wird gesprochen, wenn die Finanzverwaltung bei der Prüfung von Leasingverhältnissen zu anderen Ergebnissen kommt als Leasinggesellschaft und Leasingnehmer bei Abschluss der Leasingverträge. In der Regel führt die Umdeutung zu einer nachträglichen Änderung der Aktivierungsverpflichtung der Leasinggegenstände und damit verbunden der Behandlung der Leasingraten als voll absetzbarem Aufwand. Auch die Umsatzsteuer kann bei einer Umdeutung betroffen sein.

Umtausch

Soll während der Laufzeit eines Leasingvertrages ein Leasingobjekt getauscht werden, kann mit der Leasinggesellschaft ein sog. Objekttausch vereinbart werden. Dabei wird das alte Leasingobjekt verkauft und ein neues Leasingobjekt gleichzeitig Gegenstand des Leasingverhältnisses.

Untergang

Bezeichnet eine Sachgefahr eines Wirtschaftsgutes. Bei Leasing- oder Kreditverhältnissen trägt der Leasing-/Kreditnehmer das Risiko des Untergangs. In den vertraglichen Bedingungen ist deshalb üblicherweise geregelt, dass das Risiko des Untergangs zu versichern ist. Bei Unterdeckungen (dem sog. GAP) ist der Leasing-/Kreditnehmer verpflichtet, eine verbleibende Differenz auszugleichen.

Untervermietung

Wirtschaftsgüter werden teilweise von Leasing-/Kreditnehmern untervermietet. Nach den Bestimmungen von Leasing- und Kreditverträgen bedarf diese Untervermietung in der Regel der Zustimmung der Finanzierungsgesellschaft. Die Untervermietung beinhaltet für die Leasinggesellschaften zusätzliche Risiken, weshalb sie die Untervermietung zusätzlich prüft. Ggf. werden Zusatzsicherheiten verlangt.

US-GAAP

Internationale Rechnungslegungsvorschrift, in der auch die Behandlung von Leasingverhältnissen geregelt ist.

Siehe auch Internationale Leasingbilanzierung

Verlängerungsleasingvertrag

siehe Anschlussleasingvertrag

Vertragsauslauf

Je nach Vertragstyp wird sich der Leasinggeber zum Ende eines Leasingvertrages an den Leasingnehmer wenden, um mit ihm eine Vereinbarung über das Leasingobjekt zu treffen.

Vertriebswege im Leasing

Im sogenannten Direktgeschäft akquiriert die Leasinggesellschaft selbst unmittelbar den Endkunden und bietet ihm ihre Dienstleistungen an.

Im Händlergeschäft bestehen zwischen einem Lieferanten von leasinggeeigneten Wirtschaftsgütern und Leasinggesellschaften mehr oder weniger enge Kooperationen, der Lieferant bietet neben seinem Produkt auch eine diesbezüglich Leasingfinanzierung an.

Beim sogenannten Hersteller- oder Vendorenleasing bietet der Hersteller seinen Endkunden direkt seine Leasing- oder Finanzierungslösung mit an. Hierbei bedient er sich entweder Kooperationsleasinggesellschaften, oder er übernimmt diese Rolle selbst. Den Betrieb einer eigenen Leasinggesellschaft hat er in solchen Fällen häufig im Rahmen von Fulfillmentvereinbarungen an Dienstleister ausgelagert.

Verwertungserlös

Werden Leasingverhältnisse beendet und findet keine Endschaftslösung dergestalt statt, dass der Leasingnehmer das Leasingobjekt übernimmt, kommt es zu einer Veräußerung des Leasingobjektes, bei der ein Verwertungserlös anfällt. Beim Teilamortisationsleasing wird der Verwertungserlös in der Regel zur Abdeckung eines vertraglich vereinbarten Restwertes verwendet. Hinsichtlich der Behandlung der Verwertungserlöse sind diverse Fallgestaltungen denkbar, wobei steuergesetzliche Regelungen, wie sie sich aus den sogenannten Leasingerlassen ergeben, zu beachten sind. 

Verität

Es handelt sich um eine Bezeichnung für das einredefreie Bestehen einer Forderung. Im Zusammenhang mit der Refinanzierung von Leasingverträgen greifen Leasinggesellschaften auf das Instrument des Forderungsverkaufes (sogenanntes Forfaiting) zurück. Dabei müssen diese Leasinggesellschaften das einredefreie Bestehen der Leasingforderungen garantieren. Sie übernehmen insoweit die sogenannte Veritätshaftung.

Verkehrswert

Eine Bezeichnung für den aktuellen Wert eines Wirtschaftsgutes (auch Zeitwert genannt). Leasinggesellschaften sind gehalten, nach Ende der Leasingdauer ein Leasingobjekt zum Verkehrswert zu veräußern, um den Charakter des Leasingvertrages aufrecht zu erhalten. 

Verlängerungsoption

Bei Leasingverträgen hat der Leasingnehmer am Ende in der Regel auch eine Option, das Leasingobjekt in der Regel zu dann günstigeren Raten weiterzuleasen. Basis für die Berechnung der Leasingraten ist der vereinbarte Restwert oder der gemeine Wert (Verkehrswert), manchmal auch der Restbuchwert.

Vermieterpfandrecht

Das Vermieterpfandrecht ist im BGB geregelt. Es besagt, dass ein Vermieter ein Pfandrecht an allen Gegenständen eines Mieters hat, der diese in die Mietsache eingebracht hat. Dies gilt allerdings nur für die Gegenstände, die sich im Eigentum des Mieters befinden. Bedeutung hat das Vermieterpfandrecht bei sogenannten Sale-and-lease-back-Transaktionen, bei denen der Leasinggeber das Leasingobjekt vom Leasingnehmer erwerben will. Für einen lastenfreien Eigentumsübergang auf den Leasinggeber ist es deshalb erforderlich, dass der Vermieter auf sein Pfandecht an dem Leasingobjekt verzichtet.

Analoges gilt bei Grundstücken und Immobilien, die im Eigentum des Leasingnehmers stehen und durch Grundschulden belastet sind. Auch hier hat der Grundschuldsgläubiger ein Pfandrecht an allen Gegenständen des Grundeigentümers, bei einer Sale-and-lease-back-Transaktion ist auch hier die Freigabe aus dem Pfandrecht erforderlich.

Versicherungen

In Leasing- oder Darlehensverträgen über Wirtschaftsgüter ist grundsätzlich die Versicherungspflicht durch den Leasing- bzw. Kreditnehmer geregelt. Es werden branchenübliche Versicherungen verlangt, die insbesondere bei Totalschaden/Untergang des Investitionsgutes den Ersatz regeln. Versicherungsleistungen sind an den Leasing/Kreditgeber abzutreten. Die Aufwendungen für die Versicherung hat der Leasing/Kreditnehmer zu tragen. Häufig bieten Leasinggesellschaften selbst spezielle Versicherungen an, die die für die Leasinggesellschaft wichtigen Risiken abdeckt.

Vertriebsleasing

Bezeichnet die Zusammenarbeit eines Herstellers oder Händlers von Wirtschaftsgütern mit einer oder mehreren Leasinggesellschaften zur Absatzförderung. Dabei sind unterschiedlich skalierbare Levels der Zusammenarbeit denkbar.

Vollamortisation

Ein Begriff aus dem Leasing, der besagt, dass alle Kosten einer Investition einschließlich Zins- und Verwaltungsaufwendungen sowie des Gewinns der Leasinggesellschaft durch die vereinbarten Leasingraten abgedeckt sind. Grundsätzlich garantiert der Leasingnehmer dem Leasinggeber die volle Amortisation seiner Aufwendungen. Beim sogenannten Vollamortisationsvertrag erfolgt dies schon über die während der Grundmietzeit geleisteten Leasingraten, beim sogenannten Teilamortisationsvertrag über einen sogenannten Restwert, den der Leasingnehmer über ein Andienungsrecht garantiert.

Vollkasko

Ein Begriff aus dem Versicherungswesen, der die Ersatzbeschaffung eines Wirtschaftsgutes, in der Regel ein Fahrzeug, über die Versicherungsleistung bezeichnet. Soweit möglich werden Vollkaskoversicherungen von Leasing/Kreditgebern beim Abschluss entsprechender Finanzierungsverträge verlangt. Die Versicherungsleistungen sind in der Regel an den Leasing/Kreditgeber abgetreten.

Voranfrage

Bei größeren Investitionen werden bei Leasing- oder Finanzierungsgesellschaften sogenannte Voranfragen gestartet, um festzustellen, ob diese Willens und in der Lage sind, einen Leasing bzw. Finanzierungsvertrag auch abzuwickeln.

Widerrufsrecht

Sind Leasing- bzw. Kreditnehmer Verbraucher, bestehen eine Vielzahl von Aufklärungspflichten und besonderen Rechte dieser Kundengruppe. Diese sind im Verbraucherschutzgesetz geregelt. U.a. hat der Verbraucher ein zeitlich befristetes Widerrufsrecht, was den abgeschlossenen Leasing-/Finanzierungsvertrag angeht. Die Leasing-/Finanzierungsgesellschaft hat den Verbraucher bei Abschluss des Vertrages explizit über dieses Recht zu informieren.

Wirtschaftliches Eigentum

Wer über das wirtschaftliche Eigentum an einem Wirtschaftsgut verfügt, hat dieses zu aktivieren. Entsprechen Leasingverträge den geltenden Leasingerlassen, liegt das wirtschaftliche Eigentum bei der Leasinggesellschaft.

Zinsfestschreibung

Für den Zeitraum zwischen Unterzeichnung des Leasingantrages und Vertragsaktivierung nach Übernahme des Leasingobjektes unterliegt der Vertrag noch einem Zinsänderungsrisiko und damit dem Risiko einer Ratenänderung. Durch eine Zinsfestschreibung kann der Leasingnehmer dieses Risiko für sich ausschließen. Ist der Vertrag einmal aktiviert, sind die Leasingraten für die Laufzeit des Vertrages fest.

Zubehörhaftung

Mit Zubehörhaftung sind Pfandrechte gemeint, die zugunsten von Vermietern oder Grundschuldsgläubigern bestehen an Sachen, die im Eigentum des Mieters bzw. Grundstücks- oder Immobilieneigentümers stehen. Geregelt ist die Zubehörhaftung im BGB und soll der Absicherung der Forderungen aus Mietverträgen bzw. Grundschuldsdarlehen dienen. Von Bedeutung ist diese Zubehörhaftung bei sogenannten Sale-and-lease-back-Abwicklungen, weil zum lastenfreien Übergang von Leasingobjekten, die zuvor im Eigentum des Leasingnehmers standen, Freigaben aus der Zubehörhaftung erforderlich sind.

 

 ......zurück zu A-Z oben